Der Ernst des Lebens
Der Ernst des Lebens
Der Mann sieht aus wie so ein 60er-Jahre Schauspieler, der in den Sonntagmittagsspielfilmen immer den flotten Schwiegersohntyp abgibt und erst nach einigen Wirren die etwas zu eigenwillige, aber dann doch der Liebe entsprechend ihrer natürlichen Frauenrolle sich ergebende Schöne bekommt.
Hier hat er sich weit in einen Fernsehsessel zurückgelehnt, weil er gerade von ihrem Glück sich bedrängen lassen muss: Er hält der bereits zu ergebenen Frau die Rose – so stachlig wie Fleurop-bilderbuchhaft – wie Simon in der Wüste der Versuchung das Kreuz entgegen. Es kann gar nicht anders, es muss der Moment seines Antrags sein. Nun, da er gemacht ist, ringt er um eine Fassung, die dem Gedanken an die Endgültigkeit dabei noch irgends gemäß erscheinen könnte.
Das Silber der Lackierung eines ihrer Zehennägel leuchtet unter den Feinstrümpfen auf wie ein Löffel, den man zur Begutachtung seiner Sauberkeit noch einmal ins Licht hält. Aber gegessen werden muss. Im Hintergrund, auf einem schwarzen Sekretär auf Stelzbeinen, steht eine durch Auswechseln der Ringbuchseiten aktualisierbare Gesetzeskommentarsammlung. Das Paar ist ein lebendiges Beispiel: Nämlich, dass man so manches in seinem Leben niemals begreift.
Der Mann sieht aus wie so ein 60er-Jahre Schauspieler, der in den Sonntagmittagsspielfilmen immer den flotten Schwiegersohntyp abgibt und erst nach einigen Wirren die etwas zu eigenwillige, aber dann doch der Liebe entsprechend ihrer natürlichen Frauenrolle sich ergebende Schöne bekommt.
Hier hat er sich weit in einen Fernsehsessel zurückgelehnt, weil er gerade von ihrem Glück sich bedrängen lassen muss: Er hält der bereits zu ergebenen Frau die Rose – so stachlig wie Fleurop-bilderbuchhaft – wie Simon in der Wüste der Versuchung das Kreuz entgegen. Es kann gar nicht anders, es muss der Moment seines Antrags sein. Nun, da er gemacht ist, ringt er um eine Fassung, die dem Gedanken an die Endgültigkeit dabei noch irgends gemäß erscheinen könnte.
Das Silber der Lackierung eines ihrer Zehennägel leuchtet unter den Feinstrümpfen auf wie ein Löffel, den man zur Begutachtung seiner Sauberkeit noch einmal ins Licht hält. Aber gegessen werden muss. Im Hintergrund, auf einem schwarzen Sekretär auf Stelzbeinen, steht eine durch Auswechseln der Ringbuchseiten aktualisierbare Gesetzeskommentarsammlung. Das Paar ist ein lebendiges Beispiel: Nämlich, dass man so manches in seinem Leben niemals begreift.
en-passant - 30. Apr, 15:50
