Kleines Bild vom Weh
Beim Blick auf eine ins Makellose ausgeleuchtete, digital porentief gereinigte Coverschönheit leeren Gesichts erinnere ich mich an eine andere, sicher weniger schöne, dafür nahegehendere Nacktheit eines Morgens auf einem Hotelbett in einem bestimmten fahlen Licht, das die Haut noch nackter wirken lässt, durchscheinender fast, dabei unperfekt, ja: unrein, feucht... lebendig.
Kann sein, dass sie derart immer auch versehrter wirkt, die Haut, weil sie die Indifferenzen eines solchen Morgens mit aufnimmt, minimal auch das lichtlose Weiß der Laken, und im Mix des Streulichts die Unaufgeräumtheiten der Umgebung wiedergeben muss, daran gleichsam papieren wird, noch mehr erblasst.
Es ist jedenfalls, als könnte man noch einmal begreifen, wie dieser Rosaton von der Unmittelbarkeit des Blutes unter der dünnen, unbehaarten Grenzschicht herkommen muss, die bei einer Verwundung gleich auszulaufen beginnt. Und wie unbegreiflich es bleibt, dass Fettgewebe, Poren, Lymphdrüsen alle zusammen solch eine Lieblichkeit bilden können, die atmet, empfindet und friert und Schweiß absondert und unbeirrt berührt zu werden verlangt. Und dass das letztlich stärker sein soll, als das ganze Weh der Nacht.
Die Weichheit der Hüfte war es dann, die Überschüsse am Bauch, die mich nachgiebiger gestimmt hatten, dazu die nicht stumm zu machende Aufforderung, doch zu umarmen. Doch diese ja niemals ganz aufzuhebende Verletzbarkeit machte irgendwann kurz darauf alles nur wieder schlimmer. Die Umarmung begütigte nur kurzfristig. Besser, es sollte weiter weh tun. Nichts wäre je wieder gut.
Kann sein, dass sie derart immer auch versehrter wirkt, die Haut, weil sie die Indifferenzen eines solchen Morgens mit aufnimmt, minimal auch das lichtlose Weiß der Laken, und im Mix des Streulichts die Unaufgeräumtheiten der Umgebung wiedergeben muss, daran gleichsam papieren wird, noch mehr erblasst.
Es ist jedenfalls, als könnte man noch einmal begreifen, wie dieser Rosaton von der Unmittelbarkeit des Blutes unter der dünnen, unbehaarten Grenzschicht herkommen muss, die bei einer Verwundung gleich auszulaufen beginnt. Und wie unbegreiflich es bleibt, dass Fettgewebe, Poren, Lymphdrüsen alle zusammen solch eine Lieblichkeit bilden können, die atmet, empfindet und friert und Schweiß absondert und unbeirrt berührt zu werden verlangt. Und dass das letztlich stärker sein soll, als das ganze Weh der Nacht.
Die Weichheit der Hüfte war es dann, die Überschüsse am Bauch, die mich nachgiebiger gestimmt hatten, dazu die nicht stumm zu machende Aufforderung, doch zu umarmen. Doch diese ja niemals ganz aufzuhebende Verletzbarkeit machte irgendwann kurz darauf alles nur wieder schlimmer. Die Umarmung begütigte nur kurzfristig. Besser, es sollte weiter weh tun. Nichts wäre je wieder gut.
en-passant - 28. Apr, 17:13
